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Psychosen treten häufiger auf als man gerne denken würde.
Das Thema ist oft von falschen Vorstellungen und Meinungen geprägt. Die Aufklärung in der allgemeinen Bevölkerung fand bisher nicht die gewünschte Akzeptanz. Obschon etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen direkt und ein Vielfaches als Angehörige indirekt betroffen sind. Diese Zahlen betreffen alle Gebiete und Kulturen weltweit. In dem Sinne ist die Erscheinung von Psychosen auch geografisch und kulturell unabhängig.
Dem Informationsfluss stehen viele Hürden im Wege. Es fehlt meist nicht nur am Willen darüber zu sprechen, sondern es besteht oft ein Mangel an verständlichen Worten, mit denen sich direkt und indirekt Betroffene erklären können. Von Diagnosen und Fachbegriffen ist viel mehr die Rede als von deren Inhalt, vom tatsächlichen und praktischen Erleben im Alltag mit der Beeiträchtigung.
Falsche Vorstellungen bezüglich Psychosen erschweren die persönliche Kommunikation zusätzlich. Vermutungen und Ängste zum Thema verschleiern oft, dass fast jeder Mensch in seinem persönlichen Umfeld Leute kennt, die in direkter oder indirekter Weise mit psychischer Beeinträchtigung konfrontert sind. Meist wird diese Tatsache jedoch nicht angesprochen und die Erfahrung dazu bleibt uns verborgen.
 
Die Stigmatisierung von Betroffenen und Angehörigen ist ebenfalls ein weitverbreitetes Thema. Sie steht jedoch der Selbststigmatisierung sehr nahe. Betroffenheit von psychischer Beeinträchtigung, wie von Psychosen, zieht oft eine tiefe Verunsicherung nach sich. Das Vertrauen in die eigene Persönlichkeit kann tief erschüttert werden. Wenn die Selbstakzeptanz leidet, findet die Selbststigmatisierung oft mehr Raum als gedacht.
Viele beeinträchtigte Menschen leben trotz wiederkehrenden Krankheitsphasen ein lohnenswertes und gutes Leben. Die Umstände neigen sich mit dem Älterwerden und der Erfahrung meist einem milderen Verlauf zu.
Man sagt, dass etwa ein Drittel der Betroffenen nur einmal eine psychotische Episode erleben. Ein Drittel sei von wiederkehrenden Phasen betroffen und bei einem Drittel werde die Krankheit als chronisch bezeichnet.